Zunächst etwas Grundsätzliches: wir rösten nicht dunkel;
bei uns bekommt ihr keine Kaffees, die bis zum zweiten Crack oder darüber hinaus geröstet wurden.
Etwas dunkleres als City Roast wird man bei uns nicht finden.
Dunklere Röstungen werden unseren hochwertigen Rohkaffees mit ihrer vielfältigen Aromatik nicht gerecht.
Salopp ausgedrückt: Kaffee ist eine Frucht, die man nicht verbrennen sollte!

Kaffeerösten: ein zeitintensives Handwerk

Spezialitätenkaffee wirklich gut zu rösten erfordert Wissen, Geduld und Hingabe.

Vielfältiges Wissen um die Beschaffenheit des Rohkaffees einerseits - hier sind u.a. detaillierte Kenntnisse der Art, der Varietät, der Aufbereitung, der Lagerung, der Restfeuchte und der Bohnendichte elementar wichtig - und um die Eigenschaften und Parameter des Rösters andererseits sind Grundvoraussetzung für die Entwicklung eines perfekten Röstprofiles.

Jeder Rohkaffee bringt nicht nur aufgrund seiner Genetik unterschiedliche Eigenschaften mit, sondern ist durch Wachstums- und Lagerbedingungen wechselnden Einflüssen ausgesetzt, die im jeweiligen Röstprofil berücksichtigt werden müssen. Nur so kann es gelingen, die in der Kaffeefrucht enthaltenen Aromen, Säuren und Fruchnoten zu erhalten, auszubalancieren und zum Vorschein zu bringen.

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Röster: Gas oder Elektro? Sowohl als auch!

Röstmaschinen nutzen entweder Gas- oder Strom als Energieträger, die Wärmeübertragung geschieht mittels Konduktion oder Konvektion. Hier gibt es systembedingt große Unterschiede in der Gewichtung der Anteile der Wärmeübertragung, die erheblichen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees haben. Ein Kaffee, der mehr über Konduktion (d.h. Trommelkontakt) geröstet wurde schmeckt anders (nicht unbedingt: besser!) als einer, der vorrangig über Konvektion (also Heissluft) erhitzt wurde.
Bei Trommelröstern (die im Spezialitätenbereich obligatorisch sind) spielt dabei grundsätzlich die Beschaffenheit und das Material der Rösttrommel eine große Rolle, darüber hinaus die Steuerungsfähigkeit der Luftzufuhr und der Trommelgeschwindigkeit.

Wir rösten im Moment auf grundsätzlich unterschiedlichen Röstern:

Für die Entwicklung der Röstprofile verwenden wir einen 2 kg Elektro-Laborröster der Firma Coffee Tech, mit dem sich wunderbar die verschiedensten Parameter wie Temperatur, Trommelgeschwindigkeit, Airflow regulieren und kontrollieren lassen.

Auf diesem Röster rösten wir auch kleine Chargen ganz spezieller Kaffees, die besonderer Einflusssnahme bedürfen.

Die größeren Chargen rösten wir auf einem Trommelröster des Marktführers Probat. Durch die schwere Gusstrommel ist dieser Röster etwas träger als als der kleine von Coffee Tech, hat dafür, wenn er aber einmal 'auf Temperatur' ist, eine höhere Stabilität. Nach Entwicklung der Röstprofile ermöglicht das ein konsistenteres Rösten größerer Chargen.

Wir verzichten bewußt auf den Einsatz von automatischer Steuerungssoftware, die zwar den Produktionsablauf vereinfachen (soll), nicht aber auf die unterschiedliche Beschaffenheit einer jeden Rohkaffeecharge reagieren kann.

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Single Origin, single estate, single lot: Keine Bohnenmischung vor dem Rösten!

Qualitätskaffees unterscheidet man in gewöhnlich in Single Origin und Single Estate Kaffees. Während ein Single Origin aus einem Anbaugebiet/einerRegion stammen muss, spricht man von Single Estate, wenn der Kaffee garantiert von einer Farm stammt.
Unser Kaffee ist in der Regel Single Lot, das bedeutet, dass der jeweilige Kaffee nicht nur einer Farm entstammt, sondern einer ganz bestimmten Parzelle. Oftmals gibt es innerhalb der Farmen signifikante Unterschiede der Höhenlagen, Exponiertheiten, Sonneneinstrahlung etc., was zu unterschiedlichen Wachstumsphasen und damit der Aromenbildung ein und derselben Varietät auf unterschiedlichen Parzellen führt.
Diese Kaffees stellen damit damit hinsichtlich der Homogenität die höchste Qualitätsstufe im Spezialitätenkaffeebereich dar.

Wir rösten diese tollen Bohnen grundsätzlich sortenrein, wie es ihrer 'Veranlagung' entspricht. So werden fruchtbetonte Varietäten von uns auch dementsprechend geröstet genau wie eher malzige-schokoladige Kaffees ihren Charakter behalten sollen.

Außerdem vermeiden wir so Inhomogenitäten der Rösttiefe aufgrund unterschiedlicher Bohnengröße oder Bohnendichte.

Gelegentlich stellen wir - IMMER nach der Röstung - auch Blends zusammen, um Aromenanteile auszubalancieren und bestimmte Noten zu betonen.

So ist beispielsweise unser Indian Spice mit 10% Liberica und 90% SLN9 eine Komposition, die wir für diejenigen unter euch zusammengestellt haben, die die Süße und Wildheit des Liberica schätzen, denen aber ein single mit 100% Liberica "too much" ist.

Ein Blend ist bei uns also immer eine Mischung zweier oder mehrerer separat gerösteter hochwertiger Single Origins und nicht ein vor dem Rösten gemischter Verschnitt aus minderwertigem Füllkaffee mit geringen Anteilen eines aromengebenden, hochwertigen Spezialitätenkaffees .

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Unsere Sorten

Arabica, Canephora, Liberica - bei uns bekommt ihr alle Kaffeearten!
Aber nur ausgewählte Varietäten besonderer Farmen. Es gibt bei uns kein riesiges, immer verfügbares Sortiment immer gleicher Kaffees.

Viele unserer Kaffees, die wir exklusiv beziehen, haben nur eine Erntemenge von wenigen bis wenigen dutzend Sack pro Jahr. Daher ist es auf diesem Niveau gar nicht möglich, alle Kaffees ganzjährig vorrätig zu haben.

Stattdessen findet ihr bei uns häufig wechselnde, immer spannende und garantiert hochwertige Kaffees.

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Unser Kaffee-Glossar

Kaffee enthält mehr Aromen als Wein (ca.400), nämlich mehr als 1000, die zum Teil noch nicht identifiziert sind.

Unter Blend versteht man eine Mischung aus verschiedenen Kaffeesorten, die kreiert wird, um bestimmte Aromen zu betonen. Bei uns werden die jeweiligen Sorten einzeln geröstet und erst dann nach eigenem Rezept zusammengestellt. Dadurch können wir in jedem Röstprozess auf die Eigenarten jeder Sorte genau eingehen.

Nennt man die professionelle Verkostung eines Kaffees zur Qualitätseinstufung. Dabei werden verschiedene Kaffees unter exakt gleichen Bedingungen (96°C; 4min Ziehzeit) aufgebrüht und dann nach Geruch, Geschmack, Nachgeschmack, Säure , Ausgewogenheit, Körper, etc. beurteilt. Wir cuppen daher unsere Kaffees regelmäßig, damit Sie die beste Qualität in der Tasse haben.

bezeichnet das Pflücken der Kaffeekirschen per Hand. Diese Methode ist zwar am mühsamsten und zeitaufwendigsten, für die Qualität des Kaffees jedoch am besten. Durch das Pflücken der ausschließlich reifen Früchte, erhält man ein homogenes Ernteergebnis, das sich später in der Tasse als „reiner“ Geschmack bezahlt macht. Das Picking ist außerdem besonders schonend für die Kaffeepflanze.

bezeichnet in der Botanik eine Untereinheit der Art .Sie unterscheidet sich von ihrem „idealen“ Arttypus z.b. in Geschmack, Gestalt und/oder Farbe. Im alltagssprachlichen Gebrauch ist bei Kulturpflanzen hierfür der Begriff Sorte geläufig . Beim Kaffee ist also der Bourbon eine Varietät der Art Arabica. Im Vergleich dazu sind Eisberg- und Kopfsalat Varietäten der Art Gartensalat.

bezeichnet eine Weiterverarbeitung der Kaffeebohne nach dem Ernten mit Einsatz von Wasser. Dabei werden im Gegensatz zur "natural" Aufbereitung, die Bohnen im sogenannten Pulper aus der Kaffeekirschfrucht gequetscht und anschließend durch Milchsäuregärung weiter im Zuckegahalt reduziert wird.

bezeichnet eine Weiterverarbeitung der Kaffeebohne nach dem Ernten mit Einsatz von Wasser. Dabei werden im Gegensatz zur trockenen "natural"-Aufbereitung, die Bohnen im sogenannten Pulper aus der Kaffeekirschfrucht gequetscht. Anschließend jedoch nicht durch Milchsäuregärung weiterverarbeitet, sondern mit dem anhaftenden Fruchtfleisch, der Mucilage zusammen in der Sonne getocknet. Hierbei kann die größte Menge Zucker in die Kaffeebohne eindringen, weshalb diese Kaffees die ausgeprägteste Süße besitzen.

bezeichnet eine Weiterverarbeitung der Kaffeebohne nach dem Ernten ohne Einsatz von Wasser. Die reifen Kaffeekirschen werden als ganze Frucht in der Sonne getrocknet, bevor die Bohnen mechanisch aus der trockenen Hülle entfernt werden.

bezeichnet Kaffee der nur von einer Farm bzw. Farmgemeinschaft stammt. In der Regel ist das ein Qualitätsmerkmal, da der Kaffee als besonders sortenrein gilt.

bezeichnet eine Pilzkrankheit, für die Kaffeepflanzen besonders anfällig sind. Der Kaffeerost bildet einen rostfarbenen Belag auf den Blättern und behindert die Fotosynthese. Das Laub fällt ab und der Baum geht nach und nach ein, sofern nichts dagegen unternommen wird.

bezeichnet eine Kaffeart und ist neben Arabica die am weitesten verbreitete. Fälschlicherweise wird Canephora im allgemeinen Sprachgebrauch meist als Robusta bezeichnet. Dabei ist Robusta nur eine Sorte (Varietät) des Canephora. Der Kaffee aus Canephorabohnen ist bei der Mehrheit der Konsumenten aufgrund seines holzigen Geschmacks eher unbeliebt. Wird jedoch auf gut geeigneten Anbau, Aufbereitung sowie Röstung geachtet, um die unangenehmen Geschmacksnuancen zu vermeiden, bietet dieser Kaffee die perfekte Grundlage für einen Espresso.

bezeichnet eine spezielle Weiterverarbeitungform der Kaffeebohne nach dem Ernten. Dabei werden die Bohnen erst trocken aufbereitet und anschließend in gut belüfteten Containern über die Monsunmonate Regen und Wind ausgesetzt. Nach diesem Prozess müssen die nun gelblich gefärbten Bohnen erneut getrocknet werden.